Tutorial: Wherigo-Caches mit Urwigo erstellen

Teil 2 „Die Landschaft im Ausgangszustand“

Teil 1: Grundlagen und Drehbuch
Teil 2: Die Landschaft im Ausgangszustand
Teil 3: Die ersten Interaktionen
Teil 4: Timer und Zufallsereignisse
Teil 5: Nutzereingaben, Variablen
Teil 6: Optimierungen
Teil 7: Optimierungen 2 – Intervall-Timer und Logging

Natürlich könnten wir die Cartridge richtig an den Everest legen, aber das lassen wir hier mal, weil es den Testlauf ein bisschen zu aufwendig gestaltet. Stattdessen muss der Wolfshügel in der Dresdner Heide herhalten, der kommt mit seinen 215 Metern dem Everest ohnehin schon ziemlich nahe. Natürlich kann man die Cartridge zu Testzwecken auch erstmal in den eigenen Garten verlegen.

Für die Landschaft brauchen wir also:

  • Grundeinstellungen der Cartridge
  • den Spieler
  • 3 Örtlichkeiten: Base Camp, Hillary Step und den Gipfel
  • 1 weitere Person: Tenzing Norgay
  • 5 Gegenstände: einen Spiegel, Sauerstoff und ein Seil sowie ein Telefon und einen Zettel mit der Nummer der Queen
  • vorerst 3 Aufgaben: Tenzing wecken, den Rucksack packen und zum Hillary Step gehen

Die Cartridge

Beim Start von Urwigo wird uns ein Bildschirm präsentiert, der aus fünf Bereichen besteht – „Grafische Befehle“ und „Objekte und Eigenschaften“ auf der linken Seite, das Hauptfenster und die „Fehlerliste“ in der Mitte sowie „Eigenschaften“ rechts.

Beim Starten wird uns eine leere Cartridge präsentiert, die wir anfangen, mit Inhalt zu füllen. Zu Name und den Beschreibungen ist nicht viel zu sagen, außer dass, sobald der Name eingetragen ist, sich unten links etwas tut – aus „Cartridge“ wird „Everest53“, und die Liste unter „Objekte und Eigenschaften“ wird weiter wachsen, sobald wir mehr Objekte anlegen. Die meisten Einträge in die Eigenschaften der Cartridge sollten selbsterklärend sein, einige aber auch nicht:

  • Cartridge -> Start: Urwigo bietet die Möglichkeit, den Startpunkt mittels Google Maps direkt auf der Karte anzugeben. Das ist dummerweise aber ziemlich ungenau, der Versatz ist an manchen Stellen rechts kräftig, deswegen: am besten selber ausmessen.
  • Andere -> Verschlüsseln: hier sollten 3 Häkchen gesetzt sein. Falls nicht, kann man die kompilierte Cartridge mit einem Texteditor öffnen und die Texte und Antworten lesen.
  • Simulator-Schutz -> Eingeschaltet: Häkchen setzen, ansonsten kann die Cartridge im Simulator gespielt werden.
  • Simulations-Modus-Schutz -> Eingeschaltet: Häkchen setzen, ansonsten kann die Cartridge im Garmin-Vorführmodus gespielt werden.

Der Spieler

An dem können wir nichts verändern, ihm auch kein Bild zuweisen. Deswegen bauen wir einen Spiegel als Gegenstand ein, der in der Handlung keine Rolle spielt, beim Anklicken aber ein Bild von Edmund Hillary zeigt. Um das zu erreichen, sind zwei Arbeitsschritte nötig, nämlich (1) ein Bild zur Cartridge hinzuzufügen und (2) den Spiegel als Gegenstand anzulegen.

Ein Bild fügen wir der Cartridge hinzu, indem wir links unten unter „Objekte und Eigenschaften“ auf „Medien“ Doppelklicken. Darauf öffnet sich die Medienliste im Hauptfenster. Ein Klick auf „Neuer Gegenstand“ öffnet rechts die „Eigenschaften“ des neuen Mediums. Wir benutzen als Name „Edmund Hillary“, als Medientyp „Bild“ und als Quelle ein kleines Hillary-Bild. Und weil wir einmal dabei sind, legen wir gleich noch zwei weitere Bild-Medien an, nämlich Tenzing Norgay und den Gipfel. Wichtig: sämtliche Medien werden erst beim Kompilieren in die Cartridge eingebunden. Die Projektdatei enthält nur Verweise auf die Medien, d.h. die Bild-Dateien müssen im Arbeitsverzeichnis bleiben. Und noch ein Hinweis am Rande: Medientyp „Audio“ lässt sich zwar anlegen und kompilieren, wir von Garmin-Geräten aber nicht abgespielt – also besser kein spiel- und lösungsrelevantes Audio verwenden.

Um den Spiegel als Gegenstand zu erzeugen, gehen wir ähnlich vor: Doppelklick links unten auf „Gegenstände“, „Neuer Gegenstand im Hauptfenster“, und rechts öffnen sich die Eigenschaften des Spiegels, die allerdings etwas komplexer sind als bei den Medien:

  • Name: Spiegel
  • Anzeigen: Häkchen setzen, der Spiegel ist damit für den Spieler sichtbar
  • Bild: Edmund Hillary auswählen
  • Position: Spieler, der Spiegel ist damit im Inventory des Spielers

Örtlichkeiten

Brauchen wir 3: Base Camp, Hillary Step und den Gipfel. Angelegt werden die links unten unter „Zonen“, der weitere Ablauf analog zu Gegenständen:

  • Name: Base Camp
  • Anzeigen: Häkchen setzen, der Spiegel ist damit für den Spieler sichtbar (die Startposition des Spielers liegt übrigens im Base Camp)
  • Anzeigen: Häkchen setzen, die Zone ist sichtbar
  • Aktiv: Häkchen setzen, sonst wird die Zone nicht ins Spiel einbezogen
  • Position: die Koordinaten beliebig vieler Eckpunkte, auch hier wieder den Versatz von Google Maps beachten

Analog dazu bauen wir auch gleich noch die Zonen „Hillary Step“ und „Gipfel“, allerdings lassen wir die Häkchen bei „Anzeigen“ weg und beide Zonen unsichtbar – schließlich muss Hillary erstmal seine Guide wecken, um sich überhaupt zurechtzufinden.

Wer die Cartridge bei sich hinterm Haus testen will, muss die Koordinaten der Zonen ändern – in unserer Projektdatei liegt alles in der Dresdner Heide.

Weitere Personen

In unserem Falle nur Tenzing Norgay in seinem Ausgangszustand, nämlich schlafend. Eine Person wird völlig analog zu einem Gegenstand angelegt:

  • Name: Tenzing Norgay, schlafend
  • Anzeigen: Häkchen setzen, Norgay ist damit für den Spieler sichtbar
  • Bild: Tenzing Norgay auswählen
  • Position: Base Camp

Restliche Gegenstände

Uns fehlen noch Seil, Sauerstoff, Telefon und Zettel. Angelegt werden die jeweils wie der Spiegel, als Position wählen wir für die ersten drei aber „Base Camp“.

Die ersten 3 Aufgaben

Wir legen also 3 Aufgaben an: „Wecke Tenzing Norgay!“, „Packe deinen Rucksack!“ und „Gehe zum Hillary Step!“.

  • Anzeigen und Aktiv: Häkchen setzen, die Aufgaben sind damit für den Spieler sichtbar
  • Erledigt: keine Häkchen setzen, das kommt noch

Im Simulator ausprobieren

Vorweg das wichtigste: der Simulator ersetzt nicht den Test mit einem richtigen Gerät! Trotzdem können wir uns die Cartridge mit „Erstellen“ -> „Starten“ bzw. F5 schon mal anschauen. Wir sehen unsere 3 Zonen in der Karte (nicht aber im Gerät, zwei sind ja noch unsichtbar), alle Gegenstände,Personen und Aufgaben. Der Spieler kann in der Karte bewegt werden.

Die Cartridge bis hierher

everest53-1.zip

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